Seminare zur Geschichte des Nahostkonflikts
und Formen des Antisemitismus
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Modulbaukasten

Hier finden Sie alle Module, mit denen wir derzeit arbeiten. Wir stellen aus diesen Modulen anhand Ihrer Bedarfe ein passendes Seminar zusammen.
Wir empfehlen bei ganzen Projekttagen unsere erprobten Seminartage für Lehrer*innen oder für Schulklassen zu nutzen.

Generell empfehlen wir eine Kombination von Modulen, die wichtiges Faktenwissen über die israelische Demokratie und die Entstehung des Nahostkonflikts vermitteln, zusammen mit Modulen zum israelbezogenen Antisemitismus. So können Teilnehmer*innen in die Lage versetzt werden, legitime Kritik an israelischem Regierungshandeln von antisemitischen Ressentiments zu unterscheiden und Antisemitismus zurückweisen zu können. Wir stimmen unser Angebot eng mit Ihren Bedarfen ab. Die Länge und Auswahl der Module kann je nach Intensität und Zeitbudget variieren.

Wir empfehlen für unser Basisseminar die Module 1-3 an zwei Seminartagen à 4 Stunden oder an einem Seminartag à 8 Stunden. Je nach Ihrem Zeitbudget sind auch kürzere Formate ab 4 Stunden möglich.

Unsere Module

Basismodul 1: Zionismus und die Gründung des Staates Israel: Eine Antwort auf den Antisemitismus

Das Modul startet mit Übungen zur Selbst- und Gesellschaftsreflektion zum Phänomen Antisemitismus. Anschließend folgt eine Verhältnisbestimmung von Antisemitismus und Nahostkonflikt. Dann werden anhand einer Zeitleisten-Übung mit den wichtigsten Stationen von der Antike bis zur Staatsgründung Israels 1948 die Ursprünge des Nahostkonflikts betrachtet. Dabei geht es vor allem darum, die Ursprünge des Zionismus zu klären: Die jüdische Nationalbewegung entstand hauptsächlich in Auseinandersetzung mit dem europäischen Antisemitismus. So soll einer verbreiteten, verkürzten und teilweise delegitimierenden Darstellung der zionistischen Bewegung entgegengewirkt werden. Dieser Zusammenhang soll anhand von Quellentexten und Präsentationen erfahrbar gemacht und in seiner Bedeutung für die eigene Geschichte reflektiert werden. Dazu wird die Funktionsweise des Antisemitismus und die Bedeutung eines souveränen jüdischen Staates für viele Jüdinnen und Juden in der Gegenwart erläutert.
Methoden: Inputvorträge, Gruppendiskussionen, Quellenarbeit
Dauer: 90 Minuten


Basismodul 2: Der israelisch-arabische Konflikt: Fluchtgeschichten, Akteure, Lösungsmöglichkeiten

Das Modul startet mit einer Zeitleisten-Übung mit den wichtigsten Stationen von der Staatsgründung Israels 1948 bis zur aktuellen Situation. Anschließend wird der erste arabisch-israelische Krieg 1948/49 behandelt. Was waren dessen territorialen und die humanitären Folgen? Dazu rückt ein Film zu arabisch-palästinensischen Fluchtgeschichten des Krieges die Schicksale von Betroffenen und ihr Leiden bis heute in den Fokus. Dann folgt die Vorstellung dreier Akteure: Israel, PLO und Hamas. Die israelische Demokratie wird im Vergleich zum politischen System der Bundesrepublik analysiert, die Zusammensetzung der israelischen Gesellschaft wird betrachtet und aktuelle Herausforderungen für die Demokratie werden erörtert. Mit PLO und Hamas werden die wichtigsten palästinensischen Organisationen und ihre Programmatik vorgestellt. In einem historischen Abriss werden anschließend die Geschichte des Nahostkonflikts bis zur Gegenwart behandelt und bisherige Lösungsvorschläge sowie Zukunftsperspektiven diskutiert. Hierbei werden auch aktuelle Ereignisse vertieft, darunter das Massaker vom 7. Oktober 2023 und die folgenden Kriege in der Region.
Methoden: Film, Quellenarbeit, Inputvorträge, Gruppendiskussion
Dauer: 120 Minuten


Basismodul 3: Sprechen über Israel: Legitime Kritik versus israelbezogener Antisemitismus

Der Hass auf Juden und Jüdinnen entzündet sich oft am Staat Israel. Was sind die Gründe dafür? Was sind die spezifischen Merkmale dieser aktuellen Erscheinungsform des Antisemitismus und wie kann man sie erkennen?
In diesem Modul überlegen die Teilnehmenden, wo in unserer Gesellschaft überall Antisemitismus vorkommt. Warum ist Antisemitismus kein Phänomen der politischen Ränder, sondern ist auch in der Mitte der Gesellschaft zu finden? Durch Übungen in der Gruppe und Einzelarbeiten, die zur Selbstreflexion anregen, sollen bestehende Annahmen hinterfragt werden. Das ist ein wichtiger Schritt, um Antisemitismus benennen und bekämpfen zu können. Oft tritt Antisemitismus aber nicht offen auf, sondern versteckt sich hinter Codes und Chiffren. Häufig entzündet er sich auch am Staat Israel, der zum Ziel von Hass und Kritik wird. Doch wann wird Kritik zu Antisemitismus? Um dies zu verstehen, versuchen wir zu vermitteln, was legitime Kritik an israelischem Regierungshandeln von israelbezogenem Antisemitismus unterscheidet. Dazu werden verschiedene Definitionen und Begriffe von Antisemitismus erörtert und aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus vertieft. Es ist wichtig, Antisemitismus zu erkennen und zu bekämpfen, insbesondere wenn er sich in der Form einer Dämonisierung Israels oder der Leugnung seines Existenzrechts äußert. Dazu gehört es, sich mit den Funktionsweisen von Antisemitismus auseinanderzusetzen.
Methoden: Übungen zur Selbst- und Gesellschaftsreflektion, Inputvorträge, Gruppendiskussion, Zeitleiste Nahostkonflikt
Dauer: 90 Minuten


Modul 4: Praxisorientierte Interventionen gegen Antisemitismus

In diesem Modul werden praxisorientierte Interventionen und Argumentationsstrategien gegen Antisemitismus geübt. Dabei können die Teilnehmenden eigene Erfahrungen und Erlebnisse einbringen. Gemeinsam erarbeitet die Gruppe Strategien, um wirksam gegen diskriminierende Aussagen und gewaltvolles Verhalten vorzugehen. Dazu werden modellhafte Äußerungen aus dem Raum Schule, aus der Politik oder aus dem Alltag erörtert und kontextualisiert. Im abschließenden Teilmodul wird praktisch ausprobiert, wie man in solchen Situationen agieren kann. Ziel ist es, die eigenen Emotionen in der Situation zu nutzen und authentisch und überzeugend zu argumentieren. Es eignet sich auch für Lehrkräfte und Pädagog*innen, die dafür sensibilisiert werden, wie sie Antisemitismus in schulischen Situationen richtig einschätzen und intervenieren können. Dabei werden auch rechtliche Aspekte vermittelt.
Methoden: Fallarbeit, Argumentationstraining, Gruppendiskussion, Inputvorträge
Dauer: 90 Minuten


Modul 5: Die israelische Demokratie in der Praxis

In diesem Modul wird Israel als demokratischer und jüdischer Staat beleuchtet. Was sind Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Demokratie in Israel und in Deutschland, zum Beispiel in Bezug auf Gewaltenteilung, Grundrechte und besondere Herausforderungen? Wie geht Israel mit der schwierigen Sicherheitslage um? Welche aktuellen Positionen vertreten die Parteien im israelischen Parlament, der Knesset? Wie wichtig ist die israelische Zivilgesellschaft für die Demokratie? Schließlich wird auf aktuelle Kontroversen und Entwicklungen eingegangen.
Methoden: Inputvorträge, Quellenarbeit, Medienrecherche, Gruppendiskussion
Dauer: 90 Minuten


Modul 6: Grundlagen der Antisemitismus- und Rassismuskritik

In diesem Modul erwerben die Teilnehmenden grundlegende Kenntnisse der Antisemitismus- und Rassismuskritik. In aktuellen Debatten ist oft eine Subsumierung von Antisemitismus als Unterform des Rassismus festzustellen, die den fundamentalen Unterschied beider Konzepte verwischt. Beide basieren unter anderem auf Projektionen, Entmenschlichung, Diskriminierung und Ausgrenzung. Der zentrale Unterschied: Rassismus richtet sich in ausbeuterischer Absicht gegen eine als minderwertig konstruierte Gruppe, während das antisemitische Weltbild sich Jüdinnen und Juden in verschwörungsideologischer Weise als übermächtig fantasiert. Deswegen beginnen wir mit der historischen und systematischen Auseinandersetzung mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten dieser potenziell tödlichen Ideologien. Die differenzierte Betrachtung der Phänomene soll sowohl neue Perspektiven auf Konflikte im Nahen Osten als auch in der deutschen Migrationsgesellschaft eröffnen. Danach werden wir verschiedene Widerstandsformen veranschaulichen und Perspektiven von Betroffenen darstellen. Abschließend werden aktuelle Debatten aufgegriffen und phänomenspezifische Interventionsansätze erprobt. Die Teilnehmenden lernen so, wie man rassistische und antisemitische Vorfälle erkennen und wirksam dagegen vorgehen kann.
Methoden je nach Bedarf/Zeit: Vorträge, Quellenarbeit, Gruppenarbeit, Gallery Walk, Fallarbeit, Storytelling, Übungen zur Selbst- und Gesellschaftsreflektion, …
Dauer: 180 Minuten

Modul 7: Akademischer Antisemitismus: Problemlagen, Handlungsoptionen und Diskursräume

Antisemitische Äußerungen und Handlungen sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Debatten wirken auch in den Hochschulalltag hinein.
Die Fortbildung bietet die Möglichkeit, sich vertieft mit Antisemitismus im universitären Kontext auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stehen sowohl historische und gegenwärtige Erscheinungsformen von Antisemitismus als auch die Perspektiven und Anliegen der Teilnehmenden.
Das Seminar verbindet einen Erfahrungsaustausch mit der Vermittlung inhaltlicher Grundlagen und erarbeitet darauf aufbauend konkrete Handlungsoptionen. Ziel ist es, die Teilnehmenden darin zu stärken, antisemitische Erscheinungsformen zu erkennen und ihnen im nächsten Schritt angemessen zu begegnen. Damit werden Universitätsangehörige unterstützt, auch in potenziell konflikthaften Situationen handlungsfähig zu bleiben und deeskalierend zu wirken.
Methoden: Inputvorträge, Quellenarbeit, Fallarbeit, Übungen zur Selbst- und Gesellschaftsreflektion, Gruppendiskussion
Dauer: 180 Minuten

Modul 8: Postkolonialismus und die Debatte um Antisemitismus

Dieses Modul bietet eine kritische Auseinandersetzung mit postkolonialer Theorie im Hinblick auf aktuelle Diskurse über Israel und Antisemitismus. Die Teilnehmenden erwerben zunächst grundlegende Kenntnisse über Sozialkonstruktivismus und die Rolle von Begriffen in der Weltwahrnehmung. Anschließend werden Geschichte, Entwicklung und zentrale Konzepte des Postkolonialismus vermittelt – von den Ursprüngen im Kolonialismus über Dekolonisierungsprozesse bis zu gegenwärtigen theoretischen Strömungen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der kritischen Analyse postkolonialer Perspektiven auf den israelisch-palästinensischen Konflikt. Das Modul untersucht, wie postkoloniale Konzepte auf diesen und andere Konflikte angewendet werden, und hinterfragt deren analytische Reichweite und moralische Implikationen. Dabei werden ihre Konstruktionsfehler, theoretische Verzerrungen und strukturelle Affinitäten zum Antisemitismus debattiert, ohne die Errungenschaften postkolonialer Theoriebildung aus den Augen zu verlieren.
Die Teilnehmenden lernen zwischen anspruchsvollen postkolonialen Konzepten und problematischen Vereinfachungen, die historische Komplexität ausblenden und zur Delegitimierung Israels beitragen zu unterscheiden. Durch Quellenarbeit, Gruppendiskussionen und die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Texten werden die Teilnehmenden befähigt, postkoloniale Argumentationen kritisch zu reflektieren und deren Rolle in gegenwärtigen antisemitischen Diskursen zu erkennen.
Methoden: Inputvorträge, Gruppendiskussionen, Quellenarbeit
Dauer: 120 Minuten

Modul 9: Die IHRA-Arbeitsdefinition & der Antisemitismus als Weltanschauung und Ressentiment

Beschreibung folgt in Kürze.

Modul 10: Antisemitismus nach dem 7. Oktober 2023 im Nahen Osten und in Deutschland

Beschreibung folgt in Kürze.